Kriminelles Geschäftsmodell in der Musikbranche

Kreditkartenklau: Musiker kauften eigene Songs – mutmaßlich kriminelle Bande ergaunert über 200.000 Euro

London (pte/12.06.2009/13:45) – Der Versuch einer neunköpfigen Gruppe
von Musikern und DJs, sich selbst zum Popstar zu kaufen, ist kläglich
gescheitert und endet hinter Gittern. Die mutmaßlich kriminelle Bande
hat offenbar gestohlene Kreditkartendaten benutzt, um in den
Online-Shops von Amazon und Apple iTunes massenhaft selbst produzierte
Songs zu kaufen. Eine Spezialeinheit der britischen Polizei gegen
Cybercrimes hat die Betrüger in Zusammenarbeit mit der
US-Bundespolizeibehörde FBI verhaftet, nachdem sie lange unentdeckt über
eine halbe Mio. Euro für eigene Musik ausgegeben haben sollen. Auf diese
Weise dürften sie übereinstimmenden britischen Medienberichten zufolge
einen stolzen Gewinn von knapp 215.000 Euro an Gebühren und Tantiemen
ergaunert haben. Nunmehr steht der Bande ein Strafverfahren wegen
Betrug, Geldwäsche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung bevor.

Neben den mutmaßlichen Straftaten stellt der Versuch der Manipulation
von Marktinformationen wie Charts eine Art des Betrugs dar, wie
Branchenexperten auf Anfrage von pressetext betonen. Wegen massenhafter
Käufe eigener Musik, um Künstler in die Charts zu bringen, seien von
Interessensverbänden bereits mehrfach Geldstrafen in Höhe von mehreren
hunderttausend Euro verhängt worden.

Die britische Musikerbande soll die bezahlpflichtigen Titel über einen
US-amerikanischen Dienstleister in die Shopsysteme der
Internet-Downloadanbieter eingespeist haben. Die Verkaufserlöse und
Tantiemen habe sie daraufhin direkt von Apple und Amazon erhalten. Die
exakte Höhe des Vergütungsanteils pro Song ist nicht bekannt, beträgt
üblicherweise jedoch nur wenige Cent bis 50 Prozent vom Verkaufspreis.
Für den mutmaßlichen Betrug seien Sicherheitslücken der Shopsysteme
genutzt worden, um mit gestohlenen Kreditkarteninformationen von rund
1.500 Karten die eigenen Songs zu kaufen.

Nach Angaben der Behörden ist die Gruppe von Musikern beim Betrug
äußerst trickreich vorgegangen. Ihrer Ansicht nach soll es eine
“internationale Verschwörung” gegeben haben, um Apple und Amazon zu
schädigen und zu betrügen. Den Verhaftungen waren Ermittlungen über
mehrere Monate hinweg vorausgegangen. Die britischen Behörden sehen sich
darin bestätigt, eine eigene Einheit im Kampf gegen Internetkriminalität
gegründet zu haben. Dadurch werde es für Kriminelle riskanter, die
Schwächen des Internets zu nutzen und Cybercrimes über Grenzen hinweg zu
verüben.

Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Manuel Haglmüller

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